Nachtrag zur BGFZ.live am 24. Juni 2025: „Feedback geben und nehmen – wie eine gesunde Feedbackkultur Konflikten vorbeugt und für persönliches Wachstum sorgt“
Unsere Referentin Frau Jennifer Bosch nahm uns mit in die Welt des konstruktiven Feedbacks.
Welche Bilder verbinden Sie mit Feedback? Ist es ein bunter Blumenstrauß an Möglichkeiten, ein Pflänzchen, das wachsen darf, ein mutiges Händeschütteln oder doch wie ein Würfel – man weiß nie, was einen erwartet? Beim Start unserer BGFZ.live-Session hat uns genau diese Frage gleich gezeigt: Feedback ist so vielschichtig wie die Menschen, die es geben und nehmen.
Doch warum hapert es so oft an der offenen Rückmeldung? Meist liegt es daran, dass nicht früh genug miteinander gesprochen wird. Dabei erfüllt Feedback ganz zentrale Grundbedürfnisse: den Wunsch nach Status („Ich bin wertvoll“), Sicherheit („Ich weiß, wo ich stehe“) und Dazugehörigkeit („Ich gehöre dazu“). Werden diese erfüllt, fühlen sich Menschen eingebunden, klar orientiert und damit gesünder.
Eine gesunde Feedbackkultur wirkt wie ein psychisches Immunsystem für Teams: Sie stärkt das Vertrauen, beugt Konflikten vor und fördert persönliches Wachstum. Denn Feedback beleuchtet blinde Flecken, regt zur Selbstreflexion an und bringt Selbst- und Fremdbild in Einklang. Mit Transparenz, Wertschätzung und klarer Kommunikation entsteht Harmonie – und das Unternehmen profitiert von einer stärkeren Zusammenarbeit und weniger stillen Konflikten.
Um Feedback wirksam zu gestalten, haben wir die WWW-Formel vorgestellt:
Wahrnehmung: Was habe ich konkret gesehen oder gehört?
Wirkung: Wie hat dieses Verhalten auf mich gewirkt?
Wunsch: Was wünsche ich mir künftig?
So wird Feedback greifbar, ehrlich, konstruktiv und immer mit dem Ziel verbunden, gemeinsame Schritte zu gestalten. Dabei gilt: Feedback sollte immer zeitnah, konkret und in Ich-Botschaften formuliert werden, ohne Verallgemeinerungen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Fähigkeit, Feedback anzunehmen. Oft stehen uns dabei innere Blockaden im Weg, z. B. Zweifel an der inhaltlichen Richtigkeit („Das stimmt doch gar nicht!“), Beziehungsthemen („Du bist doch selbst das Problem!“) oder ein negatives Selbstbild („Ich mache sowieso alles falsch!“). Vertrauen und eine gute Beziehung sind hier entscheidend, damit Feedback nicht als Angriff, sondern als Chance erlebt wird.
Neben theoretischem Input bot die Veranstaltung viele Praxisimpulse, Übungen und den Austausch untereinander. Die Teilnehmenden reflektierten ihre bisherigen Erfahrungen, tauschten wertvolle Tipps aus und überlegten, wie sie ihre Feedbackkultur weiterentwickeln können. So tauschten sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen in Breakout-Rooms zu spezifischen Fragen aus.
Wie empfinden Sie die Feedbackkultur in Ihrem Team bzw. in Ihrer Organisation?
Welche positiven Erfahrungen haben Sie mit Feedback geben und nehmen gemacht?
Was würden Sie gern in Sachen Feedback anders machen? Und wann haben Sie zuletzt ein positives und ein kritisches Feedback gegeben? Was haben Sie dabei beobachtet?
Oft wird in Organisationen nach dem Motto gelebt “Nicht geschimpft ist gelobt genug”, weil einfach eine “Das ist doch selbstverständlich-Kultur” entstanden ist. Oft wurde auch besprochen, wie eine gesunde Feedbackkultur aufgebaut werden kann und welche konkreten Tipps angewendet werden können, um die Feedbackkultur im Unternehmen gezielt zu stärken.
Anschließend stellte Frau Bosch mit der Stern-Methode noch einen praktischen Ansatz vor, wie in Teams wieder mehr Feedback erreicht werden kann. Mit der Stern-Methode: Eine spannende Retrospektive im Team.
Unser Fazit: Feedback braucht Mut, eine wertschätzende Haltung und Klarheit. Richtig angewendet, wird es zu einem starken Hebel für eine gesunde Unternehmenskultur und das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden.