Rückblick auf BGFZ.live am 15. Juli: Mentale Gesundheit stärken – mit digitalen Lösungen das psychische Immunsystem der Mitarbeitenden fördern

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Am 15. Juli fand unsere BGFZ.live-Veranstaltung mit dem spannenden Thema „Mentale Gesundheit stärken – mit digitalen Lösungen das psychische Immunsystem der Mitarbeitenden fördern“ statt. Referent Dr. Stefan Junker (E-Health Evolutions GmbH) gab dabei wertvolle Einblicke in die Bedeutung mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz und stellte innovative digitale Ansätze vor.

Mentale Gesundheit – keine reine Privatsache

 

Herr Stefan Junker machte deutlich: Psychische Belastungen sind längst keine reine Privatsache mehr. Belastungen aus dem privaten Bereich wirken sich auf die Arbeit aus – und umgekehrt. Gleichzeitig stehen Betroffene oft vor langen Wartezeiten bei Therapeut:innen und eingeschränkter Verfügbarkeit von Unterstützungsangeboten.

Für Unternehmen bedeutet das: Mentale Gesundheit ist ein zentraler Erfolgsfaktor, der nicht nur die Produktivität und das Betriebsklima verbessert, sondern auch die Gewinnung und Bindung von Fachkräften erleichtert. Die Zahlen sprechen für sich: Psychisch bedingte Krankheitstage haben in den letzten Jahren massiv zugenommen – 2024 waren es durchschnittlich 342 Fehltage je 100 Mitarbeitende.

 

Fallstricke vermeiden und Prävention fördern

Häufig wird auf Einzelmaßnahmen gesetzt, wie einmalige Gesundheitstage oder kurzfristige Aktionen – diese wirken jedoch oft nur wie ein „Pflaster auf einen Bruch“. Dr. Junker betonte die Notwendigkeit langfristiger Strategien, bei denen auch Führungskräfte als Vorbilder agieren und ihre eigenen psychischen Belastungen thematisieren sollten.

 

 

Ein entscheidender Ansatzpunkt ist der präventive Aufbau eines „psychischen Immunsystems“. Dazu gehören:

  • Gefühlsmanagement (Umgang mit den eigenen Emotionen)
  • Vertrauen – u.a. in die Tatsache, dass etwas Positives wartet
  • Akzeptanz – u.a. dafür, dass man manche Dinge nicht ändern kann
  • Flexibilität und die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren
  • Dankbarkeit  
  • Selbstwirksamkeit

 

Digitale Lösungen als Chance

Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung der App harmony: Die digitale Lösung harmony bietet Mitarbeitenden einen innovativen und flexiblen Weg, ihre mentale Gesundheit zu stärken – ganz unabhängig von Zeit und Ort. Das Konzept beruht auf einem niederschwelligen, individuellen und zugleich anonymen Ansatz.

 

Was macht harmony besonders?

 

  • 24/7 verfügbar: Nutzer:innen können jederzeit auf die Angebote zugreifen – ob morgens vor der Arbeit, abends auf dem Sofa oder in einer stressigen Situation zwischendurch.

  • Anonym und sicher: Die Nutzung erfolgt anonym, alle Inhalte sind ohne persönliche Registrierung nutzbar (nur mit Firmencode). Datenschutz steht dabei an oberster Stelle.

  • Vielfältige Inhalte:

    • Mental Health Check-up: Nutzer:innen erhalten eine individuelle Einschätzung ihrer aktuellen mentalen Gesundheit (Mental Health Score zwischen 0 und 100), die regelmäßig aktualisiert werden kann.

    • Personalisierte Empfehlungen: Basierend auf dem Check-up werden Übungen, Meditationen, Videos und Sprechzimmersequenzen mit Expert:innen vorgeschlagen.

    • Meditationen & Trancen: Für Entspannung, besseres Schlafen oder mehr Energie.

    • Workshops & psychologische Videos: Über 100 Expert:innen aus Psychologie, Coaching und Wissenschaft stehen mit Inhalten bereit.

  • Individuelle Anpassung: Inhalte passen sich dynamisch den Rückmeldungen der Nutzer:innen an. Anhand des eigenen Feedbacks zur Übung, erhält man darauf abgestimmte nächste Schritte.

Für Unternehmen: Übersicht durch das Business-Dashboard

 

Harmony stellt Unternehmen ein Dashboard zur Verfügung, das eine kumulierte Auswertung der Nutzungszahlen liefert:

  • Keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen: Erst ab einer festgelegten Mindestanzahl an Nutzenden werden Daten aggregiert angezeigt.

  • Auswertungen möglich nach: Neuregistrierungen, aktiven Nutzer:innen, Content-Interaktionen, angeschauten Videos und mehr.

  • Trends erkennen: Unternehmen können z. B. Themen wie Erschöpfung oder Schlaf identifizieren und daraus interne Maßnahmen ableiten.

  • Demografische Daten: Darstellung nach Altersgruppen und Geschlecht – wichtige Grundlage für eine zielgruppenorientierte Gesundheitsförderung.

  • Top-Themen & Interaktionen: Übersicht darüber, welche Inhalte besonders häufig genutzt oder angefragt werden.

 

 

Vorteile für Mitarbeitende

  • Flexibilität und Eigenverantwortung: Harmony ist so konzipiert, dass jede:r selbst entscheidet, wann und wie oft die App genutzt wird – ohne Druck.

  • Niedrigschwelliger Einstieg: Bereits bei einer Nutzung von nur drei Mal pro Monat können messbare positive Effekte auf die mentale Gesundheit erzielt werden.

  • Breites Themenspektrum: Neben Stress und Erschöpfung adressiert die App auch Themen wie Selbstwert, Gefühle, Lebensfreude und den Umgang mit Belastungen.

 

Wirtschaftlichkeit und Förderung

  • Zertifizierung: Die App ist ZPP-zertifiziert (Zentrale Prüfstelle Prävention), wodurch eine finanzielle Unterstützung durch Krankenkassen möglich ist. Unternehmen können hier zusätzliche Fördermöglichkeiten nutzen.

 

Harmony in Zahlen

  • Bereits über 25.000 User, davon ein großer Teil im Unternehmenskontext

  • Mindestens 10 % der Mitarbeitenden nutzen die App aktiv, häufig sind es aber mehr

  • Besonders beliebt ist das Angebot bei der Altersgruppe 35–55 Jahre, die oft gleichzeitig hohen beruflichen und privaten Belastungen ausgesetzt ist

  • Die App sollte als Ergänzung zu anderen Gesundheitsangeboten im Unternehmen gesehen werden und nicht nur als einzige Maßnahme etabliert werden. Erst der „bunte Blumenstrauß“ an gezielten Möglichkeiten macht der BGM und die Maßnahmen nachhaltig. 

  • Besonders innovativ: Durch KI werden Inhalte dynamisch an die individuellen Bedürfnisse angepasst. 

 

Mit harmony steht Unternehmen ein modernes, wissenschaftlich fundiertes und gleichzeitig äußerst flexibles Tool zur Verfügung, das die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden ganzheitlich stärkt. Die Verbindung aus individueller Nutzung, anonymem Zugang und aggregierten Unternehmensauswertungen macht die App zu einem zukunftsfähigen Baustein der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Fazit

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll: Mentale Gesundheit darf kein Tabuthema sein und braucht langfristige, passgenaue Maßnahmen statt kurzfristiger Aktionismus. Digitale Lösungen wie harmony können hier einen wirkungsvollen Beitrag leisten – vorausgesetzt, sie werden klug in die Gesamtstrategie eingebettet und Führungskräfte gehen mit gutem Beispiel voran.

Alle Infos zur App finden Sie auch unter: https://harmonymylife.com/

 

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Dr. Stefan Junker und seinem Kollegen Herrn Andreas Leonhard für die praxisnahen Impulse und bei allen Teilnehmenden für den regen Austausch!