Rückblick BGFZ.live im Februar: Fokus – der Schlüssel zum zielgerichteten Arbeiten

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Manchmal braucht es keine neue App, kein noch raffinierteres To-do-System – sondern eine gute Frage zur richtigen Zeit. Genau darum ging es in unserem Online-Austausch BGFZ.live mit Fokus – der Schlüssel zum zielgerichteten Arbeiten mit Simon Hähle.

Fokus beginnt nicht im Kalender – sondern im „Warum“

Ein zentraler Impuls des Workshops war: Fokus ist nicht nur Zeitmanagement, sondern eng mit der eigenen Ausrichtung verbunden. Denn der Kalender zeigt häufig vor allem eins: wozu überall „Ja“ gesagt wurde.

Dabei half ein gemeinsamer Blick auf die Fokus-Lücke:

  • Womit wird aktuell die meiste Zeit verbracht?
  • Was ist wirklich wichtig – fachlich, strategisch, persönlich?
  • Wo klafft zwischen beidem eine Lücke?

Gerade dieser Abgleich sorgte für viele Aha-Momente, weil deutlich wurde: Oft ist nicht zu wenig Zeit da – es ist zu viel gleichzeitig „offen“.

Wenn die mit Aufgaben verbrachte Zeit nicht die eigenen Werte widerspiegelt, entsteht innere Spannung. Je größer die Lücke zwischen dem Zeitaufwand und den eigenen Werten ist, desto größer sind innere Unruhe, Stress, Unzufriedenheit und das Gefühl von fehlender Wirksamkeit. 

Typische Stolpersteine: Was Fokus regelmäßig ausbremst

In der gemeinsamen Sammlung kristallisierten sich drei Muster heraus, die im Alltag besonders häufig auftauchen:

  • Unklare Prioritäten: Dringliches drängt sich nach vorn, Wichtiges rutscht nach hinten.
  • Fehlende Sinn-Anker: Ohne klares Ziel oder Motiv wird es schwer, dran zu bleiben.
  • Zu viele Möglichkeiten: Wenn alles parallel läuft, wird oft nichts konsequent abgeschlossen. Die Folge ist Überforderung statt Entscheidung.

Ein spannender Punkt aus dem Austausch: Entscheidungsstau wirkt wie ein Fokus-Killer im Tarnmodus – man arbeitet, aber eher im Reaktionsmodus als im Gestaltungsmodus.

In den Breakouts tauschten sich die Teilnehmenden intensiver über die Themen aus und teilten Ihre Erfahrungen. Dazu sollten bewusst die folgenden Fragen im Mittelpunkt stehen: 

  • In welchen Situationen verlierst du am häufigsten deinen Fokus?
  • Welche Haltung würdest du in diesen Momenten eigentlich brauchen?
  • Wer wärst du ohne diese Ablenkung?

Oft hilft es, sich bewusst diese (oder ähnliche) Fragen zu stellen, um den Fokus im Alltag wieder zu erlangen. 

 

Ziele, die Orientierung geben: Was – Wie – in welchem Modus

Besonders praktisch wurde es bei der Frage, wie Ziele so formuliert werden, dass sie im Alltag wirklich helfen. Dabei wurde herausgearbeitet, dass Zielsetzung mehr ist als ein Ergebnis auf dem Papier. Im Workshop wurden drei Ebenen unterschieden:

  • Was soll am Ende herauskommen? (Ergebnis)
  • Was passiert dafür konkret als nächster Schritt? (Handlung)
  • Wie soll gearbeitet werden – mit welcher Haltung? (z. B. ruhig, konsequent, präsent)

Gerade die „Wie“-Ebene wurde von vielen als hilfreich beschrieben, weil sie den Arbeitstag unmittelbar beeinflusst: Wer weiß, in welchem Modus gearbeitet werden soll, setzt Grenzen leichter und trifft klarere Entscheidungen.

Kleine Hebel, große Wirkung: Fokus im Alltag stärken

Für den Transfer ging es nicht um radikale Umbrüche, sondern um machbare Veränderungen, die sich realistisch in den Alltag integrieren lassen. Genannt wurden vor allem:

  • kleine Schritte wählen – und konsequent bleiben
  • regelmäßig Zeitfenster zum Nachdenken und Sortieren einplanen
  • bewusster in den Tag starten, statt sofort in digitale Reize zu springen (z. B. Mails nicht als erstes)

Drei Impulse zum Mitnehmen

  • Weniger reagieren, mehr gestalten: Fokus beginnt mit Entscheidungen.
  • Prioritäten sichtbar machen: Was wichtig ist, braucht Platz – nicht nur gute Absichten.
  • In 72 Stunden starten: Eine Veränderung auswählen und ausprobieren.

 

Zum Ende wurde es ganz konkret: Statt einer langen Liste an guten Vorsätzen stand eine einfache Frage im Raum:

Welche eine Veränderung wäre in den nächsten drei Tagen realistisch, um fokussierter zu arbeiten?

In den Rückmeldungen zeigte sich, wie wirkungsvoll diese Begrenzung ist: Sie nimmt Komplexität raus, macht den Einstieg leichter und bringt Fokus vom „Ja, müsste man mal…“ direkt ins Tun.

Wenn Sie Fragen zum Arbeiten mit Fokus haben, dann wenden Sie sich gern direkt an Herrn Simon Hähle oder kontaktieren Sie uns als BGFZ-Koordinierungsstelle. Wir sind gern für Sie da!