Rückblick BGFZ.live: Energie statt Erschöpfung – Wie du im Job leistungsfähig bleibst
Wie bleibt man im Arbeitsalltag leistungsfähig, ohne dauerhaft auf Kaffee, Disziplin und „Ich muss nur noch kurz…“ zu setzen?
Genau darum ging es in unserem Austausch zu „Energie statt Erschöpfung – Wie du im Job leistungsfähig bleibst“. Gemeinsam mit Doreen Vogt von Essensziell Ernährung & Gesundheit haben wir darüber gesprochen, warum Müdigkeit, Konzentrationstiefs und Heißhunger oft keine Frage mangelnder Willenskraft sind, sondern wichtige Signale des Körpers.
Denn der Körper ist manchmal deutlicher als jede Outlook-Erinnerung.
Wenn der Akku nicht mehr richtig lädt
Viele Menschen schlafen eigentlich genug – und fühlen sich trotzdem nicht erholt. Im Arbeitsalltag zeigt sich das häufig durch:
- Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Konzentrationstiefs am Nachmittag
- ständigen Kaffee-Bedarf
- Heißhunger auf Süßes
- Gereiztheit oder innere Unruhe
- das Gefühl: „Ich funktioniere nur noch“
Viele dieser Beschwerden werden im Arbeitsalltag schnell als „normal“ abgetan. Doch der Körper spricht oft früher, als Blutwerte auffällig werden.
Müdigkeit, Heißhunger oder Konzentrationsprobleme können Hinweise darauf sein, dass Energieversorgung, Regeneration oder Nährstoffzufuhr nicht stabil genug sind. Diese Signale sollte man nicht einfach wegdrücken. Man darf sie ernst nehmen.
Heißhunger ist kein Versagen
Besonders hängen geblieben ist das Thema Heißhunger. Denn häufig wird er mit mangelnder Disziplin verwechselt.
Die wichtige Botschaft war: Heißhunger sollte man nicht einfach wegdisziplinieren.
Wenn der Körper Hunger meldet, braucht er nicht automatisch mehr Willenskraft – sondern häufig eine verlässlichere Versorgung. Das bedeutet im Alltag: nicht nur schnell etwas Süßes zwischendurch, sondern Mahlzeiten, die wirklich sättigen und Energie liefern.
Wichtig sind dabei vor allem:
- ausreichend Eiweiß
- gute Fette
- komplexe Kohlenhydrate
- Ballaststoffe
- Vitamine und Mineralstoffe
- regelmäßige Mahlzeiten statt Dauer-Snacking
Oder kurz gesagt: Kaffee, Stress und ein Keks im Vorbeigehen sind auf Dauer kein Ernährungskonzept.
Energiereich durch den Tag
Stabil und konzentriert durch den Tag kommen: Es braucht keine Perfektion, sondern eine stabile Versorgung mit der richtigen Kombination aus wichtigen Nährstoffen, Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten, eine ausreichende Regeneration und einen Impuls durch Bewegung und Krafttraining.
Regeneration wurde hierbei sehr alltagstauglich betrachtet. Denn Erholung muss nicht erst beim Wellness-Wochenende beginnen.
Manchmal reichen kleine, aber regelmäßige Signale an den Körper:
- bewusst durchatmen
- kurz aufstehen und sich bewegen
- eine echte Mittagspause machen
- ausreichend trinken
- kurz an die frische Luft gehen
- Essen nicht nebenbei am Bildschirm erledigen
- abends bewusst herunterfahren
Die Botschaft dahinter: Der Körper braucht nicht immer Perfektion. Er braucht Verlässlichkeit.
Das war für viele ein entlastender Gedanke. Nicht alles muss sofort komplett verändert werden. Aber kleine Routinen können helfen, den Körper aus dem dauerhaften Alarmmodus zu holen.
Ernährung wirkt weiter, als man denkt
Spannend war auch der Blick auf Zusammenhänge, die im Alltag oft unterschätzt werden. Ernährung beeinflusst nicht nur Gewicht oder Sättigung, sondern kann auch bei Themen wie Energie, Stoffwechsel, Konzentration und Haut eine Rolle spielen.
Angesprochen wurde unter anderem der Zusammenhang zwischen Darm, Ballaststoffen und Hautthemen wie Neurodermitis. Eine ballaststoffreichere Ernährung kann dabei ein sinnvoller Baustein sein, weil sie die Darmgesundheit unterstützt.
Praktisch bedeutet das:
- mehr Gemüse
- Hülsenfrüchte einbauen
- Vollkornprodukte nutzen
- Nüsse und Samen passend ergänzen
- stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren
- ausreichend trinken
Gesundheitsförderung muss Menschen wirklich erreichen
Neben den individuellen Impulsen ging es auch um die Frage, was Gesundheitsförderung und Ernährung als ein Teil davon im Unternehmen leisten kann.
Ein wichtiger Gedanke: Viele Mitarbeitende funktionieren noch – aber oft längst auf Reserve. Deshalb braucht es Angebote, die nicht nur gut gemeint sind, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich ankommen.
Wirksam sind Angebote vor allem dann, wenn sie:
- niedrigschwellig sind
- verständlich erklären
- ohne Druck funktionieren
- individuelle Fragen zulassen
- alltagstaugliche Strategien bieten
- Mitarbeitende nicht bewerten, sondern unterstützen
Denn Gesundheit wird oft erst sichtbar, wenn sie fehlt. Umso wichtiger ist es, früher anzusetzen. Für Unternehmen wird dieses Thema besonders relevant, wenn Erschöpfung nicht mehr nur Einzelne betrifft, sondern Teams: mehr Gereiztheit, sinkende Leistungsfähigkeit trotz Anwesenheit, Präsentismus und steigende Fehlzeiten können die Folge sein.
Gesundheitsförderung ist damit kein „Nice-to-have“, sondern ein wichtiger Baustein für Leistungsfähigkeit, Zusammenarbeit und langfristige Mitarbeiterbindung.
Fazit: Weniger Druck, mehr Verständnis
Die Veranstaltung hat gezeigt: Wer langfristig leistungsfähig bleiben möchte, muss den Körper nicht überlisten. Es hilft mehr, ihn besser zu verstehen.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, im Alltag bessere Bedingungen zu schaffen: durch stabile Versorgung, echte Pausen, Bewegung, Regeneration und einen achtsameren Blick auf Körpersignale.
Oder kurz gesagt:
Der Körper ist manchmal unbequem ehrlich – aber meistens ziemlich hilfreich, wenn man ihm zuhört.
Wenn Sie Fragen rund um das Thema Ernährung, Soffwechsel, Blutzucker und Co haben, dann melden Sie sich gern bei unserer Referentin Doreen Vogt: https://www.essens-ziel.com.