Rückblick BGFZ.live: Well Balance - Gesundheit neu denken mit sporttherapeutischen Ansätzen

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Stephanie Krohn zeigte, wie sporttherapeutische Ansätze Mitarbeitende stärken und BGM wirksamer machen.

Well Balance: Gesundheit neu denken

Wie kann betriebliche Gesundheitsförderung so gestaltet werden, dass sie nicht nur gut gemeint ist, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich Wirkung entfaltet? Genau darum ging es bei unserer Ausgabe von BGFZ.live: „Well Balance – Gesundheit neu denken“.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie körperliche und mentale Gesundheit zusammengedacht werden können. Denn Stress, Erschöpfung oder Rückenbeschwerden entstehen selten isoliert. Der Körper arbeitet mit, der Kopf auch – und manchmal meldet sich beides genau dann, wenn der Kalender ohnehin schon voll ist.

Deutlich wurde: Einzelne Angebote wie Gesundheitstage, Vorträge oder Kurse können wichtige Impulse setzen. Nachhaltiger wird BGM aber dann, wenn es regelmäßig, erreichbar und passend zum Arbeitsalltag gestaltet ist.

Vom Leichten zum Schweren: Was BGM von Sporttherapie lernen kann

Ein zentraler Gedanke der Veranstaltung war das sporttherapeutische Prinzip „vom Leichten zum Schweren“. In der Therapie bedeutet das: zunächst entlasten, dann stabilisieren, später gezielt Belastung steigern.

Übertragen auf das betriebliche Gesundheitsmanagement heißt das:

  • Einstieg: niedrigschwellig, erreichbar, ohne große Hürde
  • Routine: regelmäßig, alltagsnah und machbar
  • Entwicklung: gezielt fordern, stärken und weiterentwickeln

Gerade dieser Gedanke sorgte für einen wichtigen Aha-Moment: Gesundheitsförderung muss nicht mit dem maximalen Programm starten. Oft ist der bessere Einstieg ein kleiner, machbarer Impuls, der regelmäßig genutzt wird.

Bewegung wirkt ganzheitlich

Besprochen wurde auch, warum Bewegung deutlich mehr ist als „Ausgleich zum Sitzen“. Sie kann auf mehreren Ebenen wirken:

  • biologisch, zum Beispiel auf Kraft, Stoffwechsel und Schmerz,
  • mental, etwa durch Stressabbau, Fokus und Selbstwirksamkeit,
  • sozial, weil gemeinsame Gesundheitsimpulse Verbindung und Teamgefühl fördern können.

Damit wurde ein Gedanke besonders greifbar: Rückengesundheit beginnt nicht immer nur im Rücken. Belastung, Stress, Schlaf, Ernährung, Pausen und Arbeitsorganisation spielen oft zusammen. Genau deshalb braucht Gesundheitsförderung einen ganzheitlichen Blick. Bewegung, wie eine kurze, aber regelmäßige bewegte Pause, wirkt auch mental durch Stressabbau und Fokus – und sozial, weil gemeinsame Gesundheitsimpulse Verbindung, Teamgefühl und Zugehörigkeit fördern können.

Austausch über Wirkung, Beteiligung und Unternehmenskultur

Anhand eines Praxisbeispiels zeigte Stephanie Krohn, wie Gesundheitsförderung messbar, alltagsnah und langfristig aufgebaut werden kann. Statt auf einzelne Aktionen zu setzen, wurde ein app-gestütztes Gesundheitskonzept vorgestellt, das mit regelmäßigen Check-ins, kurzen Trainingsvideos, monatlichen Fokusthemen und kleinen Wissenshäppchen arbeitet.

Besonders gefragt waren im Pilotprojekt:

  • kurze Inhalte,
  • Rückenimpulse,
  • Ernährungscoaching,
  • niedrigschwellige Formate,
  • regelmäßige Rückmeldungen zur eigenen Entwicklung.

Gerade diese Alltagsnähe war auch in der Diskussion mit den Teilnehmenden ein wichtiger Punkt. Denn viele Unternehmen kennen das Problem: Gute Gesundheitsangebote sind vorhanden – aber im Tagesgeschäft fehlt oft die Zeit, sie wirklich zu nutzen. 15 Minuten können dann realistischer sein als der perfekte 90-Minuten-Plan, der nie stattfindet.

Austausch mit Blick auf die betriebliche Praxis

Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich: BGM muss zu den Menschen, den Arbeitsbedingungen und den vorhandenen Ressourcen passen. Es braucht keine Hochglanzlösung für die Schublade, sondern Formate, die erreichbar sind, regelmäßig stattfinden und deren Nutzen nachvollziehbar wird.

Diskutiert wurde unter anderem, wie Unternehmen Beschäftigte besser aktivieren können, welche Rolle Führungskräfte dabei spielen und wie Gesundheitsförderung nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Bestandteil einer gesunden Arbeitskultur verstanden werden kann.

Unser Fazit

BGFZ.live hat gezeigt: Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt dann besonders gut, wenn es nah an den Menschen, ihren Belastungen und ihren Routinen ansetzt. Es geht nicht darum, Beschäftigte mit zusätzlichen Programmen zu überfrachten. Es geht darum, Gesundheit so in den Arbeitsalltag zu integrieren, dass sie machbar bleibt.

Gesundheit neu denken heißt deshalb auch: weniger Einzelaktion, mehr Regelmäßigkeit. Weniger Hürde, mehr Alltag. Und manchmal reicht schon ein guter erster Impuls, damit Bewegung in die Sache kommt – im wahrsten Sinne.

Vielen Dank an unsere Referentin Stephanie Krohn von Next Level Coaching. 

https://nextlevel-coaching.net/